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Sport trotz Schmerzen?

Kennt ihr diese Situationen? Ihr habt euch fest vorgenommen heute Sport zu machen, aber als es dann soweit ist, habt ihr einen aufgeblähten Bauch und wollt nur nach Hause. In meinem früheren Weltbild war eine solche Situation eine Art Kraftprobe. Entweder man ist diszipliniert und ehrgeizig, dann geht man halt auch ohne sich danach zu fühlen, oder man ist bequem und versteckt sich hinter seinen Bauchschmerzen und geht heim. Ich habe gelernt, dass dies völliger Unfug ist J. Heute entscheide ich mich in solchen Fällen dazu, meinen ursprünglichen Plan fallen zu lassen und nicht zum Sport zu gehen, ohne mich als faul zu verurteilen.

Warum?

  1. Wenn ich meinen müden Körper ignoriere und ihn zum Sport zwinge, bedeutet das meistens Stress. Stress ist ursprünglich ein Signal für den Körper, dass ein Ausnahmezustand oder eine erhöhte Belastung bevor steht (ein Löwe oder ein Sturm zum Beispiel). Der Körper hat also das Gefühl, es gibt irgendeine Art von Bedrohung und mobilisiert kurzfristig all seine Kräfte (um sich beispielsweise besonders zu konzentrieren oder möglichst schnell zu laufen). Dieser „Turbo-Gang“ ist also für den Notfall gedacht und kostet viel Energie. Wenn wir ihn im Alltag regelmäßig anschmeißen, fehlt uns die Energie am anderen Ende. Außerdem schickt dieser „Turbo-Gang“ Blut in Hirn, Arme und Beine, um gegebenenfalls zu fliehen, zu kämpfen und sich zu konzentrieren. Der Verdauungstrakt rutscht da definitiv weiter nach unten auf der Liste.
  1. Es macht mich dann danach auch nicht so zufrieden, wie es eigentlich sollte und ich fühle mich auch nicht energiegeladen – im Gegenteil. Ich bin nach einem erzwungenen Sport schlapp, fühle mich schwach und bin meistens schlecht gelaunt. Das liegt daran, dass ich meinem Körper einfach mehr abverlange als er geben will oder kann.
  2. Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören. Es gibt nach wie vor so vieles an unserem menschlichen Körper und unserem Dasein, was wir nicht verstehen. Und das müssen wir auch gar nicht unbedingt. Wir müssen ihm nur zuhören. Wenn er sagt: müde, dann laufe ich keinen Marathon (was ich sonst täglich tue ;)) ), und wenn er sagt: Hunger, dann spare ich nicht das Frühstück aus, nur weil ich heute Abend auf der Geburtstagsparty meiner Freundin mindestens 10 Törtchen essen will. Auch wenn ich nicht verstehen kann, wie ich mich jetzt schon wieder nicht nach Sport fühle, akzeptiere ich es und vertraue meinem Körper, dass er einen guten, wenn auch mir unbekannten Grund hat, sich so zu fühlen.

Also, was mache ich stattdessen – fett und faul werden?! Ja genau. Nein!

Gute andere Möglichkeiten

  1. Ich mache morgens Sport. Nach dem Schlafen sind die Energiereserven aufgeladen und das Verdauungssystem noch leer. Wenn ich morgens stressfrei Sport machen kann, habe ich alle positiven Effekte, die man sich vom Sport erhofft – unter anderem, dass man sich munter für den Tag fühlt.
  2. Statt im Fitness Studio Gewichte zu stemmen oder wie von der Tarantel gestochen auf der Stelle zu rennen, wähle ich eine andere, ruhigere Art der Bewegung. Eine Runde in der Natur spazieren zu gehen, im Schneckentempo durch den Park Fahrrad fahren oder Yoga für Schwangere sind viel entspannender. Ich bewege mich trotzdem und habe Zeit, den Tag schön auslaufen zu lassen.
  3. Wenn ich mich abends müde und sport-unfähig fühle, hatte ich höchstwahrscheinlich einen anstrengenden Tag. Häufig bin ich schon gestresst. Statt diesen Stress zu vermehren, nehme ich ihn lieber, folge einer entspannenden Abend Routine und ruhe mich aus.
  4. Sei geduldig.

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ihr mit dem Thema so macht – ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar!

Anika

PS: Langzeit-Stresshormone sorgen dafür, dass wir bei viel Stress in den Energiesparmodus schalten. Das ist dann sinnvoll, wenn zum Beispiel eine mittelalterliche Belagerung bevorsteht und wir unsere Fettreserven dringend brauchen. Es ist allerdings nicht sinnvoll, wenn man seinen Winterspeck loswerden will und sich deshalb total gestresst aufs Laufband zwingt…der Energiesparmodus verhindert dann ein Stück weit den erhofften Erfolg!

 

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