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Übers Wohlfühlen und Höflichsein

Heute möchte ich darüber schreiben, als wie unangenehm die Themen Darm, Stuhlgang, Pupsen, Rülpsen und ähnliches in unserer Gesellschaft empfunden werden und was das so für Konsequenzen hat.

Aber fangen wir ganz hinten an: bei unseren Schließmuskeln. Wenn wir auf die Toilette oder pupsen müssen, sendet der innere Schließmuskel eine Anfrage an das Hirn. Das entscheidet dann je nach Situation, dass wir uns

a) erleichtern können

b) fest zusammenkneifen und auf einen besseren Zeitpunkt warten sollten.

Dieser Umweg über das Hirn ist klasse – er bewahrt uns vor gesellschaftlichen Peinlichkeiten. Wenn wir allerdings den ganzen Tag von einem in das nächste Meeting stolpern und uns häufig verkneifen, was da raus will, passt unser Schließmuskel sich irgendwann an. Der innere Schließmuskel fühlt sich abgewiesen, die Anfragen an das Hirn werden seltener und Verstopfungen entstehen.

Jetzt wird es interessant, denn diese Einschätzung der Situation durch das Hirn, und damit die Entscheidung darüber, ‚erleichtern‘ oder ’nicht‘, ist bewusst und damit beeinflussbar! Giulia Enders, die Autorin von „Darm mit Charme“ (wer das Buch nicht gelesen hat: lest es UNBEDINGT!) stellt die eigentliche Frage: Wie wichtig ist uns unsere Innenwelt und welche Kompromisse gehen wir ein, um mit der Außenwelt gut klarzukommen?

Diese Frage klingt banal, aber für mich hat sich so viel verändert, als ich angefangen habe mich zu trauen, auch auf öffentlichen Toiletten, im Ausland oder auf der Arbeit auf den Topf zu gehen. Wenn ich im Ausland war – besonders in Asien – habe ich zeitweise 14 Tage lang  eingehalten, was eigentlich raus wollte. Natürlich habe ich damals nicht reflektiert, dass ich darauf einen Einfluss habe. Es war mir anfänglich so unsagbar unangenehm zu pupsen, wenn irgendjemand im Umkreis von 500m war, aber man gewöhnt sich daran, und der eingeschnappte Schließmuskel auch. Inzwischen frage ich mich, warum ich jemals bereit war, für Höflichkeiten solche Schmerzen und Völlegefühle hinzunehmen!

Also: welche Kompromisse gehst du ein, um dich gesellschaftlichen Normen anzupassen?

Eure Anika

 

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