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Mein Reizdarm frustriert mich – was kann ich tun, um positiv zu bleiben?

Unzufriedenheit ist ein echtes Herzensthema für mich. Es gibt so viele Tage, an denen Schmerzen, ein aufgeblähter Bauch oder Verdauungsbeschwerden einem einfach alles vermiesen.
Ihr glaubt nicht, wie viele Verabredungen, auf die ich mich gefreut hatte, ich abgesagt habe, weil es mir nicht gut ging; wie viele unproduktive Tage ich hatte, weil ich mich nicht konzentrieren konnte; wie viele Therapien und Diäten ich eisern durchgezogen habe, ohne jeglichen Erfolg; wie viele Abendessen über ich neidisch auf die Teller von Anderen gestarrt habe; wie viele Kleider ich in meinem Leben nicht angezogen habe, weil ich Sorge hatte, mein Bauch würde sich ausdehnen – die Liste ist ellenlang!

Aber wie der Buchautor Brian Tracy so schön sagt:

„Never consider the possibility of failure; as long as you persist, you will be successful“ (Denke niemals daran aufzugeben; du wirst Erfolg haben, wenn du durchhältst).

 Wie schafft man es also, in einer beschissenen Situation nicht aufzugeben und sich nicht nach dem Motto „jetzt erst recht“ mit einer Packung Snickers-Eis auf die Couch zu verziehen und heulend in Selbstmitleid zu versinken?

Eine der größten Herausforderungen mit meinem Reizdarm ist die Unzufriedenheit und Frustration, die er mit sich bringen kann. Wahrscheinlich ist das bei allen regelmäßigen Symptomen oder Schmerzen der Fall. Woran ich mich allerdings immer aufgehängt habe war, dass ich nicht wusste, woher es kam. An Tagen, an denen ich alles „richtig“ gemacht hatte, bekam ich plötzlich abends schlimme Schmerzen und mutierte zu einer Schwangeren im 6ten Monat…mit Zwillingen. „Wo um alles in der Welt kommt das jetzt schon wieder her? Was soll ich denn noch alles tun? Das ist jetzt der Dank dafür, dass ich alles Menschenmögliche tue um meinen Bauch zu heilen?!“

Das ist der Moment, in dem ich mein Gedankenkarussell anhalte, denn ich habe gelernt, dass es mich nirgendwo hin führt außer zu noch größerer Unzufriedenheit und einem Drehwurm. Es hat lange gedauert, um so einen Moment zu erkennen und dann auch wirklich die Energie aufzubringen es aufzuhalten. Man muss sehr aufmerksam und reflektiert sein, aber ich weiß, wenn ich das hinbekomme, könnt ihr es auch.

Also here it comes. Meine (idealen) Notfallpläne:

Bildschirmfoto 2017-10-27 um 23.08.33

Plan A

  1. Alles stehen und liegen lassen. Egal, was du gerade machst.
  2. Eine ruhige Ecke suchen.
  3. Auf den Boden legen und Beine an die Wand stellen.
  4. Mindestens 5 Minuten durchatmen.

Falls Plan A mal nicht umsetzbar ist, beispielsweise, weil du dich nicht im  Büro auf den Boden legen kannst, gibt es natürlich noch:

Plan B

  1. Alles stehen und liegen lassen. Egal, was du gerade machst.
  2. Raus in die Sonne oder den Regen. Am besten in die Natur.
  3. Ohrstöpsel rein und deine (vorbereitete) Playlist der positivsten, schönsten, liebsten Songs anhören.
  4. Mindestens 5 Minuten gehen.

Auch wenn ich euch gerne meine Notfallpläne preisgebe, möchte ich euch dazu motivieren ihnen nicht einfach zu folgen. Probiert ein paar Dinge aus. Malt, singt, tanzt, bewegt euch, bastelt, umarmt euren Hund oder einen Baum, was auch immer euch hilft, um den Abwärtsstrudel zu durchbrechen und eure Aufmerksamkeit wieder auf schönere Dinge zu lenken. Ich habe eine gute Freundin, die ein Word Dokument hat, in dem sie seit Jahren alles sammelt, was sie liebt – Komplimente, die ihr mal jemand gemacht hat oder Witze, die sie immer zum Lachen bringen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Nach einiger Zeit werdet ihr merken, dass diese Situationen weniger werden. Immer wenn ich es schaffe, empfinde ich es als ungemein erleichternd, meine Unzufriedenheit loszulassen. Und der Bauch freut sich ganz sicher auch über weniger Kritik aus dem Kopf.

Was sind eure Notfallpläne? Habt ihr Erfahrung mit solcher Unzufriedenheit und Frustration?

Eure Anika

9 Kommentare

    • Ich freue mich sehr über dein Feedback und denke, dass es viele Menschen gibt, die sich irgendwann in ihrem Leben mit solchen „Gedankenkarussellen“ beschäftigen. Weiterhin viel Spaß beim Lesen 🙂

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  1. Pingback: Warum Schlafen so wichtig ist und wie es gelingt – Kamille und Krawall

  2. Ein kleiner strammer Spaziergang um den Block, Duschen – hilft immer, mit einem lieben Menschen sprechen, hinlegen + ruhige worship Musik hören + komplett loslassen, ein Vögelchen betrachten, gutes frisches Essen einkaufen, schöne weiche Kleidung anziehen, am Abend im frisch bezogenen, duftenden Bett schlafen gehen

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    • Oh herrje, wie konnte mir dein wunderbarer Kommentar durch die Lappen gehen, liebe Inerlime?! Jetzt habe ich ihn entdeckt und mich umso mehr darüber gefreut. Deine Vorschläge nur zu lesen, zaubert mir schon Entspannung in den Bauch. Geduscht in weicher Kleidung ins frisch gemachte Bett hüpfen… da hat Frust doch gar keinen Platz mehr! Danke dir 🙂

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  3. Pingback: Aufgeben bringt Freiheit | Kamille und Krawall

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