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An welche Ärzte kann ich mich mit meinem Reizdarm wenden? Teil II

Pünktlich zum Wochenende möchte ich den zweiten Teil meiner Ärzte-Odyssee teilen. Hier könnt ihr nachlesen, bei welchen Schulmedizinern ich mehr, und bei welchen ich weniger hilfreiche Tipps zum Umgang und zur Heilung meines Darm bekommen habe.

Im ersten Teil hatte ich damit geendet, dass ich meine Ernährung auf rund 15 Lebensmittel reduzierte und erste gesundheitliche Fortschritte erzielte. Auch nach vielen Monaten des Verzichts kamen meine Blähungen allerdings sofort wieder, sobald ich minimal von meinem Ernährungsplan abwich (was in einem halbwegs normalen Alltag unvermeidbar ist). Ich probierte einige Male Osteopathie aus. Das half mir ganz gut – allerdings immer nur kurzfristig und ich hatte das Gefühl, die Behandlungen berühren nicht wirklich die Quelle.

Schmerztherapie

2016 erreichte ich den Punkt der Verzweiflung. Ich war der festen Überzeugung, alles menschenmögliche für meinen Körper getan zu haben. Die vielen Stimmen, die mir gesagt hatten, meine Schmerzen wären psychosomatisch (kämen aus dem Kopf), nagten an mir und ich stellte mich in einer bayrischen Spezialklinik für eine Schmerztherapie vor.

Die Ärzte waren freundlich und ich verstand, dass Schmerzen, die schon sehr lange da sind, sich manchmal verselbstständigen können. Das heißt weder, dass man verrückt ist, noch, dass man psychische Probleme hat. Es ist einfach ein Lernmechanismus des Körpers und des Hirns. Als es dann soweit war, brachte ich es einfach nicht über mich, in das Krankenhaus zu fahren. Es fühlte sich so falsch an und alles in mir sträubte sich dagegen, mich wieder in diese „Krankenhausatmosphäre“ zu begeben. Ich sagte die Therapie kurzfristig ab.

Heilpraktiker

Ich hatte schon von vielen guten Erfahrungen mit Heilpraktikern gelesen und beschloss Anfang 2017, mein Glück einmal zu versuchen. Ich fand eine kleine Praxis in Berlin, die sich unter anderem auf Reizdarmpatienten spezialisiert hatte.
Ich wusste sofort, dass ich richtig war. Alle nahmen sich lange Zeit und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass außer mir noch jemand ein aufrichtiges Interesse an meiner Genesung hatte.
Bisher waren Ärzte immer nur Experten gewesen, die mir ihre Wahrheit präsentierten. Diesmal hatte ich einfach einen Mitsuchenden, der mir sein Wissen und seine Erfahrung zur Verfügung stellte. Wir untersuchten alle möglichen Körperfunktionen und kontrollierten, dass mir keine Nährstoffe und Ähnliches fehlten. Außerdem fanden wir eine Fehlbesiedlung in meinem Darm und behandelten sie erfolgreich.

Gleichzeitig konnte ich meine Angst überwinden und verstand, dass mein Körper geistige und emotionale Unterstützung braucht, um zu genesen. Ich lernte Meditation, Bewegung, Zuwendung und Yoga in meinen Alltag einzubinden und verstand, dass ich mich dringend um mein Hormonsystem kümmern musste.  Mein kompletter Lebensstil und meine Denkweise gerieten in Bewegung.

Inzwischen bin ich seit Monaten symptomfrei. Mein Stuhlgang ist regelmäßig, ich habe mehr Energie, als ich jemals erinnern kann gehabt zu haben. Meine Blähungen sind verschwunden, ich bin präsent und aufmerksam. Vorletzte Woche habe ich ein Stück Torte gegessen – danach ging es mir zwei Tage nicht so toll, aber ich konnte sie essen, ohne tot umzufallen. Es ist unbeschreiblich, wie viel einfacher mein Leben geworden ist. Und eures kann das auch werden, wenn ihr nur weiter sucht und nicht aufgebt – dass ihr diesen Blog lest, ist schon mal ein gutes Zeichen 🙂

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende ❤ Anika

2 Kommentare

  1. Danke Anika, dass du deine Erfahrungen hier teilst! Das motiviert weiterzusuchen auch wenn man die richtigen Stellhebel bei sich noch nicht gefunden hat. Ich weiß nun wo ich als nächstes anpacke! Dir weiterhin so gute Fortschritte!
    Lisa

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