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Schwanger oder Blähbauch?!

„Ich wache immer morgens mit flachem Bauch auf und über den Tag wird er dann immer dicker. Manchmal sehe ich abends aus, als wäre ich schwanger!“

Jedes Mal, wenn ich mich in Gruppen über Magen-Darm Gesundheit unterhalte, schildert jemand dieses Problem. Obwohl ich meinen allabendlichen „Babybauch“ selbst jahrelang einfach hingenommen habe, verstehe ich heute, dass es das erste Anzeichen für einen schwächelnden Darm ist und ernstgenommen werden sollte.

Ursachen von Blähungen

Aber woher kommen Blähungen eigentlich? Also, meine Blähungen hatten meistens drei Ursachen:

  1. Luftschlucken. Ich habe irgendwann bemerkt, dass ich unglaublich viel Luft beim Reden und Essen schlucke, vor allem wenn ich hektisch oder gestresst bin. Das war mir nie aufgefallen! Aber als ich es einmal bemerkt hatte, habe ich sogar das laute Schluckgeräusch hören können, das ganz anders klingt als beim Schlucken von Wasser oder Essen.
  2. die Beweglichkeit des Darms ist eingeschränkt oder
  3. es findet eine vermehrte Gasbildung im Darm statt

Selbstverständlich spielt die Ernährung eine große Rolle. Lebensmittel, die Blähungen begünstigen, sind:

  • Zucker (Säfte, Softdrinks, Kristallzucker)
  • Gluten
  • Milchprodukte
  • Alkohol
  • Kohlensäure
  • Koffein
  • Frittiertes
  • Zu viel Salz
  • Zu viele Kohlenhydrate

Was hilft gegen Blähungen?

Zum Glück gibt es viel, was man gegen Blähungen tun kann. Wenn ihr früh aktiv werdet, könnt ihr eure Blähungen durch kleine Veränderungen loswerden. Wenn es zu spät für frühes Aktivwerden ist, kann ich euch trotzdem Hoffnungen machen: Ich bin 8 Jahre lang quasi im 6ten Monat schwanger herumgelaufen… heute habe ich an mindestens 6 aus 7 Abenden einen flachen, entspannten Bauch 🙂

Keine Luft mehr Schlucken

  1. 3 tiefe Atemzüge vor dem Essen nehmen. Langsam essen. Ordentlich kauen (15 Mal mindestens).
  2. Stress reduzieren. Je entspannter mein Inneres ist, desto weniger hektisch spreche und esse ich auch. Folglich schlucke ich auch weniger Luft. Es fängt damit an, ausreichend zu schlafen und Pausen während des Tages zu machen und endet damit, ausreichend Zeit ohne Elektronik zu verbringen und das eigene Innenleben zu reflektieren. Es gibt keinen Blogartikel zum Thema Darmgesundheit, in den dieser Punkt nicht reinpasst. Stress ist einfach Staatsfeind Nr. 1 für den Darm.
  3. Selbstbeobachtung. Als ich einmal verstanden hatte, dass ich selbst verantwortlich für meine Gesundheit bin, fing ich an, mich selbst über den Tag zu beobachten. Da entdeckt man so allerlei, wo man ansetzen kann!

Die Beweglichkeit des Darms unterstützen

  1. Ein großer Becher heißes Wasser mit Zitrone oder etwas Apfelessig vor dem Frühstück, ist ein wahrer Zaubertrank. Die Zitrone weckt das Verdauungssystem auf und macht es bereit, das Frühstück zu verdauen.
  2. Moderate Bewegung. Versucht nicht, auf aggressive Art und Weise euren Winterspeck im Super Power Boxen abzutrainieren. Geht lieber stressfrei mit eurer Familie spazieren, Schlittenfahren oder macht eine Schneeballschlacht.
  3. Massage. Meine liebste Massage ist die Unendlichkeitsschleife. Mit wenig Druck fährt man dabei einfach an den Außenwänden des Bauches herunter und beschreibt eine Unendlichkeitsschleife, die sich im Bauchnabel kreuzt.
  4. Besser 5 kleine Mahlzeiten, als 3 große. Mein Magen und Darm schaffen es einfach nicht, allzu große Mengen zu verdauen. Ich behalte immer im Kopf: Mein Magen ist ungefähr so groß wie meine Faust.

Die richtige Ernährung

  1. Bei Blähungen spielt Obst eine große Rolle für mich. Ich vertrage Früchte super, wenn ich sie auf leeren Magen esse, zwischendurch oder zum Frühstück. Allerdings kann mein System sie nicht richtig verdauen, wenn ich sie als Nachtisch esse.
  2. Außerdem habe ich aufgehört, rohe Lebensmittel wie Salat oder Obst nach 16 Uhr zu essen. Das ist ungefähr die Uhrzeit, zu der mein Bauch so richtig dick wurde. Wenn ich meinem Magen-Darm System abends nur noch leicht Verdauliches gebe, geht es ihm viel besser. Probiert es mal mit warmen Suppen, Brühen oder einem Curry!
  3. Magnesium hilft. Ich habe mal eine Zeit lang jede Menge Nahrungsergänzungsmittel genommen und hatte immer das Gefühl, dass mir Magnesium total hilft. Ich schlief (noch) besser und hatte weniger Blähungen. Seit dem achte ich darauf, genug Magnesium über die Ernährung aufzunehmen. Magnesiumreiche Lebensmittel sind z.B.: Kürbiskerne, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Erbsen, Brokkoli, Himbeeren, Bananen.
  4. Wasser. Eine der leichtesten Veränderungen, die du heute beginnen kannst, ist, genug zu trinken. Ich habe viele Jahre lang weniger als 1l am Tag getrunken! Als ich endlich anfing, zwischen den Mahlzeiten ausreichend Wasser zu trinken (1,5-2l Wasser pro Tag), ging es meinem Bauch sofort besser und die Blähungen gingen zurück.
  5. Zur Linderung hilft mir außerdem Zimt, Fenchel, Kurkuma, Kümmel und natürlich: Kamillentee 🙂

Wenn ihr das Gefühl habt, alles hilft nichts und eure Blähungen sind so schmerzhaft und krass, dass ihr alleine nicht dagegen ankommt, sucht euch einen guten Heilpraktiker oder Ernährungsberater und entwickelt mit ihm ein Vorgehen.

Und wohin verschwindet die Luft?

Auch wenn diese Frage unangenehm erscheint, habe ich mich immer gefragt, wohin die Luft eigentlich über Nacht verschwindet. Die Antwort ist sehr beruhigend: Sie wird größtenteils abgeatmet. Durch den hohen Druck drücken sich die Gase in die Blutbahn und werden in die Lunge transportiert. Dort werden sie beim Ausatmen abgeatmet.

Jetzt habe ich so viel geschrieben…
Versucht nicht, alles auf einmal aufzunehmen oder umzusetzen. Pickt euch einen Punkt heraus, durchdenkt ihn, beobachtet euch und setzt ihn diese Woche um.
„Ehrlich Anika, diese Woche?! Es ist Weihnachten und ich will Plätzchen essen und Rotwein trinken!“ Dazu sage ich nur: Alles in Maßen. Kleine Veränderungen helfen. Es ist nie zu früh, um anzufangen.

Zum Abschluss möchte ich euch noch sagen, dass meine größte Geheimwaffe gegen eine Krankheit, auf die es keine Pauschallösung gibt ist, mich selbst zu kennen und auf mich hören zu können. Seid aufmerksam und hört euch zu!

In diesem Sinne wünsche ich euch Frohe Weihnachten und eine friedliche Zeit mit euren Liebsten. Eure Anika

2 Kommentare

  1. Jennifer Kubistin sagt

    Anika, ich mag es besonders, dass Du nichts als DIE „Allerheilwaffe“ schlechthin darstellst, sondern Deine persoenlichen Methoden und Wege mit uns teilst und uns gleichzeitig vermittelst, dass jeder Koerper, jeder Mensch so anders ist und wir uns, wie Du schoen sagst, selbst beobachten sollen, um unsere eigenen, auf unsere Koerper abgestimmten Mittel, zu finden. Das macht es so angenehm Deine Artikel zu lesen.
    Ich mag es nicht, in den Medien zu lesen „tut dies, tut das“ , das vermittelt so ein falsches Bild in meinen Augen.
    Vielen Dank ! (:

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    • Liebe Jenni, entschuldige die späte Antwort – ich mache eine kleine Blogpause zwischen den Feiertagen 🙂 Danke für dein Feedback und deine lieben Worte. Ich denke für mich hat sich vieles gewendet, als ich aufgehört habe zu imitieren und angefangen habe aktiv zu suchen. Nächste Woche gibt es noch einen passenden Post zum Thema Selbstreflexion 🙂

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