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Wie kann ich auf „glutenfrei“ umstellen?

Ich kenne so viele Menschen, die wissen, dass es ihrer Gesundheit gut tun würde, glutenhaltige Lebensmittel durch glutenfreie zu ersetzten. Häufig ist es allerdings zu aufwändig, zu kompliziert oder zu „neu“. Auch wenn ich mich noch sehr gut daran erinnern kann, was für ein Berg sich da vor einem auftut, kann ich euch wirklich ans Herz legen, es auszuprobieren!
Glutenfrei zu leben hat mir so unglaublich viel Gutes gebracht und der Berg sieht aus wie ein Hügel, wenn man einmal draufsteht. Über die gesundheitlichen Wirkungen von Gluten, könnt ihr Studien und Bücher bis zum Abwinken lesen (z.B. Weizenwampe von Dr. William Davis) oder ich schreibe einen separaten Artikel, falls es euch interessiert – die Frage, der ich mich heute widmen will, ist: Wie stelle ich meine Gewohnheiten um?!

Das Wichtigste zuerst:

100% gibts nicht. Obwohl ich glutenhaltige Lebensmittel nicht mehr vermisse und weit über 95% der Zeit glutenfrei lebe, strebe ich nie danach, AUF GAR KEINEN FALL Gluten zu mir zu nehmen. Wenn ich das Gefühl habe, etwas zu verpassen, esse ich es und wenn ich nicht sicher wissen kann, ob im Restaurant Gluten drin ist oder nicht, mache ich kein Theater! Das hat einen viel negativeren Effekt als das Essen selbst!
Okay, jetzt, wo wir das geklärt haben…

Wie werde ich das Gluten in meinem Leben los?

Schritt Nummer 1: Einkaufen

Es gibt ein paar sehr leichte Umstellungen, die super für den Anfang sind. Ihr könnt die Alternativprodukte ganz normal im Supermarkt kaufen und größtenteils genauso benutzen und zubereiten wie ihr glutenhaltiges Pendant. Geschmacklich macht es wenig Unterschied oder man gewöhnt sich sehr leicht dran.

Haferflocken Glutenfreie Haferflocken (z.B. von Kölln)
Nudeln Erbsennudeln, Linsennudeln, Süßkartoffel-Buchweizennudeln, Reisnudeln
Mehl (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste…) Glutenfreie Mehlmischung (REWE, Bauck)
Kokosmehl
Mandelmehl
Couscous, Bulgur, Grieß etc. Quinoa, Hirse, Amaranth
Müsli Leinsamen, Chiasamen, Kokosflocken, Kerne und Nüsse

Schritt Nummer 2: Ersetzten

Wenn du jetzt die ganzen neuen Lebensmittel zu Hause hast, fang an, dein nächstes Nudelgericht einfach mal mit den glutunfreien Nudeln zu kochen und den nächsten Geburtstagskuchen mit der glutunfreien Mehlmischung zu backen, die nächsten Pfannkuchen mit Kokosmehl und so weiter. Du findest nicht nur hier, sondern auch auf anderen Blogs wirklich viele glutenfreie Rezepte. Wenn du Blog-Tipps brauchst, sag Bescheid – man muss geschmacklich wirklich keine Abstriche machen!
Es dauert ein bisschen, bis man den Dreh raus hat, einfach weil glutenfreie Mehle und Getreide eine andere Konsistenz haben. Gluten ist ein Klebeeiweiß, was für Elastizität sorgt. Wenn es fehlt, bekommen Teige eine ganz andere Beschaffenheit.

Schritt Nummer 3: Vorbereiten

P1130876-2Schritt Nummer 3 ist der schwerste, aber wie ich finde auch der wichtigste Schritt. Wann wird glutenfreie Ernährung schwierig? Wenn man nicht selbst kocht! Was also, wenn es auf einer Party nur Brötchen gibt, auf dem Geburtstag nur glutenhaltigen Kuchen oder im Restaurant auf allen Salaten Croutons drauf sind?
Es gibt nur eine Lösung: vorbereitet sein.
Ich nehme mir allermeistens einen Tag die Woche, an dem ich Brot, Muffins oder Müsliriegel backe, die ich einfrieren kann. So habe ich wirklich IMMER irgendetwas dabei! Selbst wenn es mal gar nicht zum Vorbereiten gereicht hat, habe ich immer z.B. Energy Balls dabei, wenn ich den ganzen Tag unterwegs bin.
Außerdem gehe ich in kein Restaurant ohne vorher auf die Speisekarte geschaut zu haben und auf keine Party, ohne selbst etwas mitzubringen oder mich davor satt gegessen zu haben.
P1130922-2Statt mich mit Freunden irgendwo zum Essen zu treffen, kochen wir gemeinsam und wenn niemand kochen will, koche ich für sie oder suche wenigstens selbst das Restaurant raus. Wenn einmal dein Freundeskreis Bescheid weiß, ist es sowieso kein Problem mehr!

Allgemein gilt es natürlich, möglichst natürliche, unverarbeitete Produkte zu kaufen, denn Mehle werden als Bindungsmittel in vielen Produkten verwendet, in denen man es niemals erahnen würde. Wenn du dir nicht sicher bist, dreh einfach die Packung um.

Ich hoffe wirklich sehr, dass ich den ein oder anderen ein bisschen bei dieser Umstellung unterstützen kann. Nach wenigen Wochen, fängt man riesige Unterschiede zu spüren…

Wenn ihr Fragen oder Kommentare habt, sind diese wie immer sehr willkommen!

Ich sende euch alles Liebe aus dem sonnigen (immer noch sonnigen – kaum zu glauben!) Berlin und wünsche euch einen wunderschönen Sonntag 😇

Eure Anika

5 Kommentare

  1. Leonie Holderbach sagt

    Hey Anika,

    erstmal ein großes Lob für diesen tollen Artikel. 🙂

    Ich mache gerade eine spezielle Diät wegen einer Glutenallergie des Typs III, also nur eine temporäre Unverträglichkeit. Dabei treten die Symptome wie Bauchschmerzen, Krämpfe und Druchfall erst bis zu 24 Stunden zeitverzögert zur nahrungsmittelaufnahme ein. Dazu verzichte ich mindestens 3 Monate, eher 6 komplett auf Gluten, bzw versuche es so gut wie möglich. Ich habe mittlerweile fast 5 Monate geschafft, merke auch in der letzten Zeit immer mehr, dass ich auch mal eine Brezel essen oder ein Bier trinken kann, ohne sofort eine Reaktion zu bekommen. Es ist grad mit Nudeln und Brot nicht allzu schwer, auf Gluten zu verzichten, aber gerade wenn es mal an Parties geht, auf denen es Bier gibt oder ähnliches, tendiere ich oft dazu, doch eins zu trinken.
    Da es bei mir allerdings echt nicht so arg einfach ist, auf der Ernährung zu achten, da ich diese Diät auch noch mit Kuhmiclhprodukten, Paprika und Ananas machen muss, hatte ich auch zwischendrin immer mal wieder echte Probleme und auch schwache Momente.
    Gluten und Kuhmilch ist ja echt gut gekennzeichnet, aber gerade Paprika wird total oft unter dem Überbegriff „Gewürze“ zusammengefasst .

    Nochmal zum Hauptthema Gluten: Ich verzichte mittlerweile also fast 5 Monate darauf und es ist echt nicht so schwer. Auch wenn glutenfreie Ernährung auch echt ein Kostenfaktor ist. Gerade die Produkte von Schär sind wirklich sehr lecker, aber auch ziemlich kostenungünstig. Aber auch die Rewe Hausmarke der Diätprodukte ist sehr zu empfehlen, die ist nicht ganz so teuer, wie andere Marken und auch sehr lecker. Gerade Nudeln und Brot finde ich da sehr lecker und die Backmischungen sind auch sehr lecker 🙂

    Ich werde auch nach diesen 6 Monaten sicherlich nicht wieder komplett auf glutenhaltige Ernährung umsatteln, da ich auch gemerkt habe, wie es mir selbst sehr gut tut 🙂

    Also an jeden, der überlegt das zu machen, probiert es aus, ich bin selbst sehr zufrieden damit 🙂
    Mein Bauch dankt es mir und mein Cröhnchen gibt einigermaßen Ruhe 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo liebe Leonie,
    wie schön, dass du den Artikel gelesen hast und er dir gefällt!
    Vielen Dank für dein Lob und dankeschön, dass du deine Geschichte teilst ☺️ Erst einmal: wie cool, dass du dich deiner Gesundheit zu Liebe angepasst hast und ihr jetzt zusammenarbeitet – yeah ✌🏼
    Das Paprikaproblem kommt mir bekannt vor. Ich glaube da hilft nur ausprobieren, auf den Körper hören und möglichst viel natürlich und selbst kochen.

    Ich störe mich auch manchmal daran, dass es teurer ist, gesund zu leben! Andererseits ist es auf lange Sicht wahrscheinlich deutlich günstiger, wenn ich an die ganzen Schmerzen, Medikamente und an die Zeit denke, die es mich gekostet hat, einen kranken Darm zu haben. Bei dem Gedanken fällt es mir ein bisschen leichter mein Geld für gesunde Lebensmittel auszugeben 😌
    
Zu den Höhen und Tiefen auf deiner Reise: Obwohl ich das jetzt schon seit fast 4 Jahren mache, gehören schwache Momente dazu und ich glaube, das ist auch gut so – sonst würde es sich jetzt nicht so gut anfühlen, es geschafft zu haben, oder?!
    Ich bin neugierig, was sich zum Positiven verändert hat, dass du nicht wieder zu glutenhaltiger Ernährung zurücksatteln willst?!
    Ich sende dir ganz liebe Grüße aus Berlin, Anika 💕

    Gefällt mir

  3. Pingback: Grünes Pesto auf Kichererbsen-Nudeln mit Pilzen – Kamille und Krawall

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