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Woher kommt Heißhunger?

Als Blogger liest man natürlich auch selbst so einige Blogs und entdeckt regelmäßig neue Inspirationen. Einer meiner liebsten Neuentdeckungen, ist ein Blog, auf dem sich alles um Zucker dreht – so ein wichtiges Thema für die Gesundheit und besonders für die Darmgesundheit. Manchmal vergesse ich, wenn ich um Rat gefragt werde, dass Zucker ein riesiger Faktor bei meiner Ernährungsumstellung war. Einfach weil es mir heute so offensichtlich erscheint und schon so viel dafür getan wird, dass wir weniger Zucker konsumieren.

Aber Moment mal. Was ist mit „Zucker“ eigentlich gemeint?

  1. Einfachzucker:
    • Traubenzucker (=Glukose)
    • Fruchtzucker (=Fruktose)
  2. Zweifachzucker
    • Haushaltszucker (=Glukose+Fruktose)
    • Milchzucker (=Glukose+Galaktose)

All diese Stoffe werden von der Lebensmittelindustrie verwendet und in den verschiedensten Lebensmitteln zugesetzt.

Warum ist welcher Zucker ungesund für den Darm?

Die Antwort heißt Blutzucker.

Stellt dir vor, du isst ein Gummibärchen (oder viele) und es wandert von deinem Mund über die Speiseröhre in den Magen und dann als Brei weiter in den Darm. Hier muss der Zweifachzucker erst einmal in seine Einzelbestandteile aufgespalten werden (siehe oben: Haushaltszucker besteht beispielsweise aus zwei Zuckern), denn die Blutbahn, kann nur Einfachzucker transportieren. Wenn der abgespaltene Einfachzucker dann in die Blutbahn gelangt, verteilt das Hormon Insulin den Zucker überall da im Körper, wo er gebraucht wird, bis nichts mehr übrig ist. Auf einer Kurve sieht das so aus:

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Du siehst, dass der Insulinspiegel unter den Normalwert fällt, bis der Körper merkt: „Oh, aller Zucker im Blut ist verteilt, wir brauchen kein Insulin mehr“ und alle Insulinhormone aus dem Blut abgebaut sind. Und genau diese Minuskurve ist das Problem mit Zucker. Denn sobald viel Insulin im Blut ist, allerdings kein Zucker, bekommen wir Heißhunger.

Kennt ihr diese überwältigende Lust auf Süßes oder kohlenhydratreichen Essen? Ich brauche jetzt SOFORT ein Croissant, Sahnetorte, Schokolade…. das ist die Minuskurve!

Je einfacher der Zucker (z.B. Traubenzucker oder Weißbrot), desto schneller gelangt die Energie ins Blut und desto größer auch der Heißhunger.
Mehrfachzucker (z.B. Linsen) gelangt dagegen langsamer, über einen größeren Zeitraum verteilt ins Blut und somit entsteht keine Minuskurve und auch kein Heißhunger.

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Wie verhindert man die Minuskurve?

Der sogenannte „Glykämische Index“ (GI) gibt an, wie hoch das jeweilige Lebensmittel den Blutzucker schnellen lässt. Je höher der GI, desto größer die Minuskurve! Den geringsten GI haben Mehrfachzucker (Polysaccharide) in komplexe Kohlenhydrate und nährstoffreiche Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte.

Den mit Abstand geringsten Index haben

  • Gemüse, vor allem grünes Gemüse, Schalenfrüchte und Pilze
  • Zuckerarme Früchte wie z.B. Beeren, grüne Äpfel und Zitrusfrüchte
  • Fisch, Fleisch und Eier
  • Fette (Avocado🎉) , Milchprodukte, Nüsse und Samen
  • Vollkornprodukte mit ganzen Körnern wie beispielsweise Wildreis

Hier gibts eine Übersicht, wenn euch die Indexwerte bestimmter Lebensmittel interessieren. Aber auch die Art und Weise wie man isst, beeinflusst unseren Blutzuckerspiegel. Wenn man viele Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten lässt, fällt der Blutzucker auch in den Keller. Genauso wenn wir sehr schnell und viel auf einmal essen…

  • Regelmäßig essen (alle 3-4 Stunden)
  • Möglichst unverarbeitete Produkte (in denen kein Zucker zugesetzt ist)
  • Viel Gemüse, gesunde Fette, gesunde Proteine und komplexe Kohlenhydrate
  • Kein Zucker, Alkohol, Weißbrot, weißen Reis etc.
  • Zuckerersatz: Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft und Zimt
  • Die eigenen Geschmacksknospen trainieren

Macht es einen Unterschied?

Als ich vor rund 4 Jahren meinen persönlichen „Tiefpunkt“ erreichte, hatte ich eine echte Zuckersucht! Zucker setzt Dopamin frei, ein Glückhormon – aber das ist ein anderer Blog Artikel. Ich sage euch, ich war eine echte Zuckervernichtungsmaschine. Ich habe unglaubliche Mengen von Schokolade, Kuchen und Gebäck zu mir genommen.

Als ich aufhörte Zucker zu essen, passierte ein wahres Wunder. Mein Heißhunger verschwand (ihr glaubt gar nicht wie befreiend es ist, nicht mehr Sklave dieser mächtigen Gelüste zu sein), meine Portionen wurden kleiner und regelmäßiger, mein Körpergewicht wurde angenehm und stabil, meine Blähungen wurden weniger, meine Bauchkrämpfe gingen zurück… der erste Schritt auf meinem Weg zu einem heute weitestgehend gesunden Darm 😌

In diesem positiven Sinne hoffe ich, euch ein paar gute Denkanstöße für die Fastenzeit gegeben zu haben.

Ganz liebe Grüße wie immer aus Berlin. Eure Anika

PS: der Blog, von dem ich euch am Anfang erzählt habe, heißt Ohne Zucker

 

3 Kommentare

    • Danke, das freut mich. Du meinst grüne statt rote Äpfel essen? 🙂 Ich glaube für den Start ist es hilfreich möglichst viel Gemüse, gesunde Fette und Vollkornprodukte wie Wildreis statt weißem Reis zu essen.

      Gefällt mir

  1. Pingback: Was sind gesunde Fette und warum sind sie gesund? | Kamille und Krawall

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