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Die goldene Mitte

In den letzten Wochen hatten wir super viel Besuch, was ich immer als Gelegenheit nutze, möglichst viele neue Rezepte auszuprobieren. Wer meine Instagram Story gesehen hat, dem wird die Flut an Hummus, Karottenkuchen, Brotaufstrichen, Zimtschnecken, Snickers Bars, Brownies und Pizza bestimmt nicht entgangen sein. Obwohl meine Gerichte alle darmfreundlich sind, ich langsam und entspannt gegessen habe, merkte ich letzte Woche, dass es mir nicht gut geht. Mein Bauch war abends ein paar mal aufgebläht, ich fühlte mich irgendwie innerlich klebrig und schwer.

Je mehr ich darüber nachdachte, desto offensichtlicher erschien es mir. Ich hatte viel weniger Gemüse und viel mehr Teigware zu mir genommen, als in meinem gesunden Alltag. Außerdem hatte ich meine Zwischenmahlzeiten um 10 und 15 Uhr ausgelassen, damit mehr Platz für die Hauptmahlzeiten ist – obwohl ich weiß, dass große Portionen nichts für meinen Darm sind.

Sofort ploppte Cruella de Ville auf meiner Schulter auf, um Öl ins Feuer zu gießen. Wurde mein Darm wieder schlechter? Hatte ich zugenommen? Ruinierte ich gerade meine sorgsam verbesserte Darmgesundheit?
Ab morgen würde ich NUR NOCH grüne Smoothies frühstücken, mittags Salat, abends Zucchininudeln und jetzt kommt für ein paar Wochen mal gar kein Gebäck und vor allem nur die Hälfte auf den Teller!

Aber halt. Das war Wahnsinn. Erstens gingen solche Pläne für mich nie auf und zweitens machte es doch gar keinen Sinn, meinen Körper mit einem anderen Extrem zu belasten. Smoothies taten mit nicht mal unbedingt gut! Ich musste zurück zur Mitte.

Also nahm ich mir die Zeit, bereitete mir schöne, bekömmliche Mahlzeiten her mit viel frischem Gemüse, einer Kohlenhydrat- und einer Proteinquelle, setzte mich in Ruhe hin und aß glücklich und zufrieden. Die Blähungen wurden sofort weniger und seit zwei Tagen fühle ich mich wieder vollkommen gut und leicht.

Diese Hochs und Tiefs werden wohl nie weg gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Balance immer erhalten bleibt und bin mir ziemlich sicher, dass ich sie immer mal wieder verlieren werden. Allerdings habe ich jetzt das Handwerkszeug um zu bemerken, wenn sie mir flöten geht und sie sehr schnell und unaufgeregt wieder herzustellen. Wenn ich zurück denke an die Zeit, in der es mir schlecht ging, ist das mehr, als ich mir erhofft hatte!

Ich hoffe, meine Geschichte bestärkt euch darin, euch nicht von euren Fehlern zu Extremen treiben zu lassen, sondern in Ruhe wieder zu eurer Mitte zurück zu finden.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Mittwoch!

Liebe Grüße aus Berlin, Anika

2 Kommentare

  1. Ich lebe seit über 20 Jahren vegan rohköstlich und bin damit absolut zufrieden. Es ist urlecker, einfach und schnell zubereitet und die mit Abstand gesündeste aller Ernährungsformen.
    Immer wieder wenn ich irgendwo Denaturiertes (mit)esse reagiert mein Körper umgehend darauf.
    Deshalb halte ich auch nichts von einer ‚Mitte‘ oder ‚ausgewogenen Mischkost‘. Denn damit ist man bloß zwischen richtig und falsch. – Und beurteilt die Situation häufig falsch, da
    man wirkliches Wohlbefinden noch gar nicht kennt.
    Liebe Grüße und
    paradise your life! 😉

    Gefällt 1 Person

    • Hallo lieber Payoli. Es geht mir wie dir: Sobald ich von dem abweiche, was mir gut tut, merke ich es und bemühe mich zu meinem Ideal zurück zu kehren. Wie gemäßigt dieses Ideal im Vergleich zu andere ist, spielt dabei denke ich keine Rolle. Danke für deinen Kommentar – ganz wichtig klarzustellen, dass ich die eigene- und nicht die durchschnittliche Mitte meine! Schön zu hören, dass du deine gefunden hast 🙂 Liebe Grüße!

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