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Warum habe ich es so schwer?

Warum habe ich es so schwer? Diese Frage hat es geschafft, sich in den letzten Tagen mehr und mehr in meine Gedanken zu schleichen. Dabei hat sie die verschiedensten Formulierungen. Manchmal fragt sie: Warum ich? Was mache ich falsch? Warum funktioniert nichts? Warum ist es bei den anderen so einfach? Warum können die alles essen und dann auch noch in den Mengen?

Es hat einige Tage gedauert, bis ich sie wahrgenommen und wirklich gehört habe. Aber bevor ich dazu komme, wie ich unerwünschte Gedanken abschüttle, möchte ich beschreiben, warum ich diese Fragen überhaupt loswerden will bzw. warum ich denke, dass sie mir nicht gut tun.

Sie verschleiern den Blick auf das Positive

Diese Fragen sind unterschwellig Ausdruck von Enttäuschung. Ich bin enttäuscht von dem Verlauf bestimmter Dinge in meinem Leben, von mir selbst oder von anderen Menschen. Ich beiße mich an einem Erlebnis und manchmal nur einem Satz oder Wort fest. Mit jeder Wiederholung übertrage ich es auf andere Kontexte und plötzlich ist eine Absage das Symbol für berufliches Versagen, eine schlechte Note der Inbegriff eines dummen Menschen und einen Abend Blähungen die personifizierte Ungerechtigkeit – denn all meine Einschränkungen, Bemühungen und Pflege scheinen in ein schwarzes Loch zu fallen.
Dass die letzten drei Monate symptomfrei waren, mein Notendurchschnitt bisher absolut tadellos war oder ich die letzten drei Jobangebote abgelehnt habe (ja, diese Beispiele sind alle fiktiv 😉 verschwindet plötzlich und alles Positive wird von einem negativen Erlebnis überschattet.

Sie provozieren Passivität

Diese Fragen haben ihre Wurzeln häufig in einem Gefühl der Ungerechtigkeit und Ungerechtigkeit erlebt man, wenn etwas außerhalb des eigenen Handlungsspielraums liegt. Das führt häufig dazu, dass man sich in eine Art Opferrolle begibt. Ich werde dann oft trotzig, nach dem Motto: gut, dann kann ich jetzt auch alle restlichen Ostersüßigkeiten in mich reinstopfen, wenn es meinem Bauch sowieso egal zu sein scheint ob ich mich gesund ernähre oder nicht.

Sie nehmen eine Chance zu Lernen

Jedes Erlebnis, sei es auch noch so negativ, enthält irgendeine Weisheit. Glaubt mir, wenn es mir nicht gut geht, lassen mich solche altklugen Sprüchen im Dreieck springen!!! Aber…. denkt mal an etwas Negatives, das schon etwas zurück liegt. Gab es nicht irgendeine Situation, in der du danach aus deiner Erfahrung schöpfen konntest? Vielleicht hat es geholfen einen anderen Menschen besser zu verstehen oder etwas über die eigene Persönlichkeit zu lernen. 

Für mich war das bisher immer der Fall. Und wenn nicht, dann merke ich – wenn ich sehr ehrlich zu mir selbst bin – dass ich mich noch ein bisschen drüber ärgern und aufregen und ungerecht behandelt fühlen „will“, bevor ich etwas Positives in dieser Schei** sehen kann.

Sie provozieren Vergleiche

„Heute bist du du! Das ist wahrer als wahr! Es lebt niemand, der mehr du ist als du. Sei wer du bist und sag was du fühlst, weil die, die das stört haben keine Bedeutung und die, die etwas bedeuten, die stört es nicht.“ Dr. Seuss

Also fassen wir zusammen: „Warum ich?“ bringt mir einen Fokus aufs Negative, Passivität, klaut meine Lernbereitschaft und macht mich unzufrieden mit mir selbst – nicht sehr erstrebenswert.

Wie werde ich sie also los?

  1. Bewusst machen
    Sobald ich meinen Gedanken zuhöre, kann ich diese Fragen ausmachen. Es hilft sie aufzuschreiben. Wenn sie einmal vor mir liegen – wie bei diesem Blogpost – kommen sie mir sehr plakativ und stark vereinfacht vor.
  2. Ersetzten
    Ich formuliere sie um. Wie ein Mantra. Wenn sie sowieso schon auf dem Papier stehen, ist es einfacher sie positiv umzuformulieren. Dabei ist es wichtig keine Verneinungen drin zu haben. Also nicht „Ich bin kein Versager“, sondern:
    „In meinem Leben funktioniert alles so, wie es soll.“
    „Ich bin gut genug, genau so wie ich bin, um all meine Träume und Ziele zu erreichen.“
  3. Dankbarkeit statt Erwartungen
    Es gibt so vieles im Leben, um das man dankbar sein kann. Wenn es nicht die Gesundheit ist, dann vielleicht um die Menschen um uns herum, die einfache Tatsache zu leben. Wenn euch gar nichts einfällt: alles, wofür man sich entscheidet, hat in diesem Moment mehr Positives als Negatives in den eigenen Augen, sonst würdest man sich nicht dafür entscheiden!

Und ein abbschließender Punkt: Ich glaube, dass Menschen am meisten von Menschen inspiriert werden. Falls ihr also jemals etwas Inspirierendes auf die Beine stellen oder anderen Menschen etwas weitergeben wollt: fallt auf die Nase, macht Fehler und schlechte Erfahrungen. Nur so kann man danach authentisch über Gelerntes reden! Ich sammle diese Woche ganz besonders viel 😉

In diesem Sinne euch eine gute Woche, voll positiver Sichtweisen!
Liebe Grüße aus Berlin, Anika

 

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