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Aus dem Rhythmus

Die letzten Wochen waren ziemlich voll gepackt und obwohl ich fast ausschließlich Dinge gemacht habe, die ich leidenschaftlich gerne tue und liebe, saß ich doch schon um 6 Uhr oder noch um 22 Uhr am Laptop. Essen wurde hektischer, Bewegung schneller, der Kontakt zu anderen Menschen und mir selbst flüchtiger.

Die logische Konsequenz folgte vor zwei Wochen eigentlich sofort: ich aß zu viel, mein Bauch war abends aufgebläht und ich hatte dubiose Entzündungen in der Oberlippe und der Nase.

Warum schreibe ich das? Weil ich mich selbst immer wieder daran erinnern muss, dass ich auf diesem Blog keine altklugen Darmweisheiten oder fundierte medizinische Erkenntnisse zum Besten geben will, sondern weil ich mit euch teilen möchte, wie ich mit den Herausforderungen meines Reizdarms umgehe und meine Symptome immer weiter kuriere.

Wie ich zurück finde

Nach einer mehr als einer 6 monatigen Phase der totalen Symptomfreiheit, habe ich mich dafür geschämt, dass es meinem Bauch nicht so gut ging und mich deshalb nicht getraut einen Blogpost hochzuladen – vielleicht habt ihr die Pause vor den Workshop Rezepte bemerkt.  Was sollte ich schreiben? Wäre es nicht geheuchelt Tipps zu geben, während es mir selbst nicht optimal ging?
Erst als ich letzten Donnerstag ein bisschen zur Ruhe kam, wurde mir klar, dass ich alles in meiner Werkzeugkiste habe, was ich brauche, um wieder in meinen gesunden Alltag zurück zu finden und meine Werkzeugkiste nach wie vor absolut teilenswert ist, egal wie gut ich sie gerade anwende.

Dieses Umdenken hat alle Freundlichkeit mir selbst gegenüber hergegeben, die ich brauchte, um den Freitagmorgen so anzufangen, wie ich gelernt habe, dass es mir hilft: mit Kamillentee, einer kleinen Runde Yoga und einer kurzen Stille vor dem Frühstück. Freitag habe ich meine Pausen mit „Beine an die Wand stellen“ wieder aufgenommen und am Samstag war ich mit meiner Familie lange spazieren – ohne Handy.

Ich glaube nicht, dass ich in den (wenn’s gut läuft noch) 60 Jahren meines restlichen Lebens nicht mal einen Monat dazwischen haben werde, wo sich alles ballt und meine Welt sich ein bisschen schneller dreht, als mein Darm verkraften kann. Und das darf auch so kommen. Wichtig ist, dass ich in diesen Phasen nach bestem Wissen und Gewissen für mich sorge, keine Schuldgefühle habe und danach wieder in meinen Rhythmus zurück finde.

Wie das geht habe ich gelernt und Kamille und Krawall ist dazu da, diese Erfahrungen auch Anderen zugänglich zu machen.

Perspektive

Diese Negativspirale (Stress –> Darm geht schlecht –> Schuldgefühle –> mehr Stress) hat allerdings noch eine zweite Dimension, und das ist die eigene Perspektive auf die Situation selbst. Wir wissen alle, je nachdem worauf wir uns konzentrieren, können die gleichen Umstände wunderschön oder apokalyptisch wirken.

Als ich mich bei dem Workshop mit einer Teilnehmerin unterhalten habe, die an einem schwierigen Punkt ihrer Reise steht, konnte ich meine eigenen vergangene Herausforderungen und Symptome so deutlich vor mir sehen.
Plötzlich wurde mir klar, dass es viele Jahre gab, in denen ich ungesunde Portionsgrößen, abendliche Blähungen und kleine Entzündungen in der Nase nur zu gerne gegen die Viezahl an wirklich komplexen und schwerwiegenden Symptomen eingetauscht hätte, die damals meinen normalen Alltag zu einer riesen Herausforderung haben werden lassen.

Meine harte Selbstverurteilung hilft mir nicht und ist auch gar nicht angemessen. Ich bin schon total weit gekommen✌🏼 Was hilft sind positive Gedanken, Gefühle, Ruhe und Durchatmen.
In diesem Sinne wünsche ich euch, dass ihr euch eine Minute nehmen könnt eure Perspektive zu überprüfen und gegebenenfalls ein bisschen gerade zu rücken.

Eure Anika

 

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